Wie alt bist du und woher kommst du?


Damals.. 1985 irgendwo in Polen wurde ich, Agnieszka, geboren und kam mit 2 Jahren nach Berlin.

In Berlin heiße ich übrigens Agi.


VULVINCHEN - was genau steckt dahinter?


VULVINCHEN war eigentlich nicht geplant - kein Businessplan, keine Marktanalyse, keine Auseinandersetzung mit Streetart oder Ähnliches. Ich hatte nur diese Idee und den Spaß daran, sie umzusetzen. 


Die Idee ist aus meiner Arbeit als Sexualpädagogin entstanden. Wenn ich Workshops gebe, spreche ich mit den Teilnehmern auch über den Körper. Dafür habe ich auch Anschauungsmaterial und mir ist irgendwann aufgefallen, dass es viele Penis-Anschauungsmodelle gibt - aber Vulven, davon gab es kaum welche! Also habe ich beschlossen, selber aktiv zu werden. Ich wollte ein Vulva-Anschauungsmodell aus der Modelliermasse "Fimo" machen. Ehrlich gesagt hat das nicht so gut funktioniert - da enden meine künstlerischen Fähigkeiten. Aber es war noch ein wenig "Fimo" übrig und daraus habe ich dann einen Kettenanhänger gemacht. Einen Tag später kam mir der Name VULVINCHEN in den Sinn. Das erste Logo habe ich mit Paint entworfen, andere Programme wie Photoshop konnte ich gar nicht bedienen. 


Mit VULVINCHEN möchte ich die Vulva sichtbarer machen und sie in einen positiven Kontext setzen.

Ich möchte mit VULVINCHEN in den verschiedensten Farben und Formen bewusst machen,

dass jede Vulva anders und schön ist. Die VULVINCHEN dürfen und sollen viel mehr zu Diskussionen anregen. Selbst, wenn sie jemand unangebracht oder unästhetisch findet, ist es besser, dass die Menschen sich kritisch mit dem Thema auseinander setzen, statt sich über Vulven auszuschweigen und sie weiterhin zu tabuisieren.

Wie bist du zu den Aufklebern gekommen?


Das war eigentlich Zufall - ein glücklicher Zufall. Ich fand die Idee schön mehr Vulven im öffentlichen Raum zu sehen und vor allem die Reaktionen der Menschen auf die Sticker mitzukriegen. Ihr kennt das doch: jeder kann ganz schnell einen Penis irgendwo hinkritzeln, aber wenn ich dann frage: „Kannst du auch eine Vulva malen?“, dann wird es plötzlich ganz still. "Ist ja viel komplizierter" ist dann oft die Antwort. Aber mal ehrlich: so viel schwieriger ist es nicht, wir malen sie nur nicht so oft. Deshalb: mehr Muschis malen! #mehrmuschismalen


Was sagen deine Freunde und Familie dazu?


Ich habe als erstes meiner Mutter die Kette und das Logo gezeigt, ihr von der Idee erzählt und sie war sofort begeistert. Zu VULVINCHEN's erstem Geburtstag hat sie sogar einen Kuchen in Form einer Vulva gebacken – ich glaube mehr Unterstützung und Wertschätzung kann man sich nicht wünschen. Meine Freunde wissen, was ich beruflich mache und finden VULVINCHEN toll. Sie sind wohl meine beste und liebste „laufende Werbung“, wofür ich ihnen echt dankbar bin. 

Sind Sticker für dich Streetart?


Auf jeden Fall. Ich finde es toll, wenn Menschen sich auf den Straßen austoben. Es gibt so vielfältige und kreative Möglichkeiten sich mit dem öffentlichem Raum auseinanderzusetzen und die Stadt ein bisschen bunter zu machen - Ob mit Stickern, Graffitis, Gehäkeltem, Paste-Up's, Legosteinchen usw.


Bist du aktiv in der Stickerszene?


Ich weiß durch VULVINCHEN erst, dass es eine Stickerszene gibt und das hat mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. Ich liebe es durch Berlin zu laufen und zu schauen, wer wo was klebt. Im Sommer 2016 ist mir zum Beispiel die „blaue Biene“ aufgefallen. Sie klebte gefühlt überall und ich wollte unbedingt wissen, wer dahinter steckt. Die Bienenjagd hatte sozusagen begonnen.


Aber so wirklich bin ich erst durch Instagram darauf gekommen - plötzlich haben mich andere Sticker-Artists angeschrieben und mich nach Stickern gefragt bzw. haben wir Sticker getauscht. Das war dann der AHA-Moment: da stecken Menschen hinter den Stickern, die sich was dabei denken bzw. einfach übelst Spaß daran haben. So gut! Mega nette Leute und eine tolle Community, die ich auf der Stickermesse in Berlin auch persönlich kennenlernen konnte.


Warum machst du bei unserem Interview mit?


Weil ihr mich gefragt habt. Haha. Und weil manche Menschen gar nicht wissen, wo VULVINCHEN so ihren Ursprung hat. Da kann man gar nicht oft genug sagen: Viva la Vulva!


Danke für deine Zeit und das tolle Interview!

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